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Bettnässen – so bleibt das Bett wieder trocken

Bettnässen – so bleibt das Bett wieder trocken Der Tag beginnt mit einem bösen Erwachen: Schlafanzug und Bettlaken, oftmals auch die Matratze sind von Pipi durchtränkt. Bettnässen ist ein Problem, an dem tausende von Kindern und deren Eltern leiden. Aktuellen Schätzungen zufolge sind zwei von zehn Fünfjährigen und immer noch einer von zehn Siebenjährigen betroffen. Jungen erwischt es doppelt so häufig wie Mädchen. Somit ist Bettnässen eines der häufigsten chronischen Leiden bei Kindern. Der medizinische Fachausdruck von Bettnässen ist „Enuresis. Doch wann handelt es sich um Enuresis? Und wann brauchen kleine Bettnässer und ihre Eltern professionelle ärztliche Hilfe?
Bettnässen ist ein Problem mit dem richtigen Zeitpunkt: Kleine Kinder, die eigentlich schon keine Windel mehr brauchen, verschlafen manchmal nachts den Augenblick, wenn die Blase voll ist, drückt und sie auf Toilette müssen. Erst wenn das Pipi in der Schlafanzugshose und im Bett gelandet ist, wachen sie auf, manchmal aber auch erst am nächsten Morgen. Ein Problem mit dem richtigen Zeitpunkt haben auch die Eltern: Wann muss ein Kind komplett trocken sein? Manche Eltern von kleinen Bettnässern sehen schon bei Dreijährigen ein Problem mit Enuresis weil andere Gleichaltrige angeblich schon lange trocken sein sollen, andere wiederum schlagen sich damit solange rum, bis ihr Kind fast schulpflichtig ist und das Bettnässen schon gravierende Narben in der kleinen Psyche hinterlassen hat.
Wann ein Kind nachts von alleine aufwacht weil es merkt, dass die Blase drückt und auf Toilette geht, lässt sich nicht verallgemeinern. Von chronischem Bettnässen, also Enuresis spricht man, wenn Kinder ab dem fünften Lebensjahr mindestens zwei Nächte im Monat ins Bett machen. Dann liegt eine Entwicklungsverzögerung vor, die behandelt werden muss.

Bettnässen Ursachen

Bettnässen kann verschiedene Ursachen haben. Selbst Zehnjährigen kann es nachts noch mal passieren, dass sie den Zeitpunkt, auf Toiletten zu gehen, verschlafen. Bettnässen hängt mit einem Botenstoff des Körpers, dem antidiuretischen Hormon (ADH) zusammen. Dieses Hormon sorgt dafür, dass der Körper im Schlaf weniger Urin bildet und es so zu keinem Harndrang kommt. Bei Kindern, die an Enuresis leiden, funktioniert dieser Wach-Schlaf-Rhythmus nicht. Viele der kleinen Betroffene haben zudem einen sehr tiefen Schlaf. Zwar meldet sich bei Ihnen die Blase, doch die Kleinen bekommen im Tiefschlaf davon nichts mit – bis die Dämme brechen und der Urin ins Bett läuft.

Bettnässen Diagnose

Ist Ihr Kind auch von Bettnässen oder gar Enuresis betroffen, sollten Sie den Gang zum Kinderarzt nicht scheuen. Der Arzt befragt Sie zu den Trink- und Schlafgewohnheiten des kleinen Patienten. Es wird ein „Pipi-Tagebuch“ geführt, in den eingetragen wird, wann und wieviel Ihr Kind getrunken hat, wie oft es am Tag auf Toilette geht und wie oft es zum Bettnässen kommt. Auch eine urologische Untersuchung sollte vorgenommen werden, bei der geprüft wird, ob das Bettnässen organisch bedingt ist, beispielsweise durch Harnwegsinfektionen oder gar eine Harnwegfehlbildung.

Enuresis und sekundäre Enuresis

Bei seiner Diagnose unterscheidet der Kinderarzt zwischen Enuresis und sekundärer Enuresis. Eine sekundäre Enuresis liegt vor, wenn das Kind mindestens ein halbes Jahr lang komplett trocken war und sich dann wieder einnässt. Die Ursachen für eine sekundäre Enuresis sind meist seelische Probleme, die von einschneidenden Erlebnissen hervorgerufen wurden und die vom Kind nicht verarbeitet werden konnten. Besonders häufig ist dies der Fall, wenn die Eltern sich trennen. Wichtig bei der Behandlung einer sekundären Enuresis ist, dass nicht nur die Kinder, sondern auch deren Elternteile psychologische Hilfe bekommen.

Bettnässen Therapie

Um Bettnässen zu therapieren braucht das Kind vor allem die Hilfe seiner Eltern. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn oftmals liegen wegen dem Bettnässen bei den Eltern die Nerven blank. Schimpfen, Strafmaßnahmen und Dramatisieren machen den Zustand nicht besser, sondern schlimmer. Machen Sie sich bewusst, dass Ihr Kind nichts dafür kann, wenn es sich nachts einnässt. Keinem macht es Spaß, morgens im eigenen Urin aufzuwachen. Auch Ihrem Kind ist es unangenehm und es schämt sich dafür. Der erste und wichtigste Schritt um trocken zu werden ist, dass das Kind sein Selbstbewusstsein wiederfindet – und das wird mit Schelte und Strafen auf keinen Fall passieren. Bleiben Sie deshalb gelassen – auch wenn es Ihnen noch so schwer fällt!

Das Problem bei Enuresis ist, das es keine Allgemeintherapie gibt, sondern es von Kind zu Kind unterschiedlich ist. Eine gute Hilfe sind dabei aber Klingelhosen und Klingeldecken. Hierbei handelt es sich um spezielle Unterhosen und Decken, die mit eingebauten Sensoren ausgestattet sind. Diese Sensoren geben einen Klingelton ab, wenn sie mit Feuchtigkeit – also Pipi – in Berührung kommen. Der kleine Träger wacht auf und kann so auf Toilette gehen. Voraussetzung hierfür jedoch ist, dass das Kind nicht zu tief schläft.
Auch Windelhöschen oder Inkontinenzunterlagen helfen. Sie nehmen den Urin auf und verhindern so, dass nicht immer gleich das ganze Bettzeug gewaschen werden muss. Die Windelhöschen ähneln den normalen dicken weißen Windeln gar nicht und können diskret unter die Schlafanzugshose gezogen werden. Sie bieten sich auch deshalb für Kinderfreizeiten oder Klassenfahrten an. Die Hosen und die Inkontinenzunterlagen sind in Sanitärhäusern erhältlich – oder können im Internet bestellt werden, wenn Sie und Ihre Familie in einem kleinen Ort wohnen und Ihr Problem anonym bleiben soll.
Wichtig ist, dass die Erfolge festgehalten werden. Unser Tipp: Malen Sie eine Sonne für trockene Nächte und eine Regenwolke für nasse Nächte in Ihren Kalender – so sind Erfolge auf einen Blich sichtbar und motivieren. Auch kleine Belohnungen sind erlaubt.

Bettnässen Medikamente

Mittlerweile gibt es auch Medikamente, die das Trockenwerden unterstützen. Sie sind allerdings als alleine Therapie nicht geeignet, sondern sollten nur unterstützend eingesetzt werden – beispielsweise auf der Kinderfreizeit oder auf Klassenfahrten um auf Nummer sicher zu gehen.

Bettnässen ist ein Problem, das schnell entstehen kann, aber leider keines was sich schnell wieder beheben lässt. Da das Trocken-Training verhaltensorientiert ist, dauert es in der Regel mehrere Monate, bis sich langfristige Erfolge eingestellt haben.
Bitte beachten Sie, dass ein www.familie-einfach-leben.de-Artikel generell fachlichen Rat durch einen Arzt nicht ersetzen kann
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