familie-einfach-leben.de

Der Online-Treffpunkt für die gesamte Familie. Das Portal rund um Schwangerschaft, Babys, Kleinkinder, Kindergartenkinder und Schulkinder. Hier finden Sie aktuelle News rund ums Thema Eltern, Kinder und Großeltern.

Masern - eine Kinderkrankheit wird erwachsen

Masern - eine Kinderkrankheit wird erwachsenMasern sind eine durch das Masernvirus verursachte Infektionskrankheit. Das Masernvirus ist weltweit verbreitet. Da Masern sehr ansteckend sind, tritt die Krankheit meist bei Kleinkindern und Schulkindern auf. In den letzten Jahrzehnten ist in Deutschland die Häufigkeit von Masern dank der Masern-Impfung stetig zurückgegangen, doch in neuster Zeit häufen sich leider wieder die Masern-Fälle. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) hat sich die Zahl der Masernerkrankungen in Deutschland in 2010 mehr als verdoppelt:

Während in 2010 noch 780 Masernerkrankungen registriert wurden, waren es 2011 schon 1.607 Menschen, die sich mit Masern infiziert hatten. „Das Virus wird eingeschleppt und es ist ein zu geringer Anteil geimpft“, erläutert Professor Dr. Reinhard Burger, Präsident des Robert-Koch-Instituts den sprunghaften Anstieg. 

Masern bei Erwachsenen

Von den Neuerkrankungen ist vor allem die Altersgruppe der 20- 39-Jährigen betroffen. Grund hierfür ist die Impfmüdigkeit vieler damaliger Eltern. Angesichts der steigenden Zahlen ruft die Weltgesundheitsorganisation WHO alle Eltern auf, ihre Kinder gegen Masern impfen zu lassen. Die am Robert-Koch-Institut ansässige Ständige Impfkommission (STIKO) rät allen nach 1970 Geborenen, ihre Masern-Impfung überprüfen und gegebenenfalls auffrischen zu lassen.

Was sind Masern?

Bei Masern handelt es sich um eine ehemalige Kinderkrankheit die bedingt durch die Impfmüdigkeit vieler Eltern langsam erwachsen wird und vermehrt junge Leute erkranken lässt. Diese weltweit verbreitete akute Infektionskrankheit verläuft für gewöhnlich in zwei Stadien: Nach einem grippeähnlichen Vorstadium folgt im Hauptstadium ein „Exanthem“ genannter Hautausschlag, der den Körper großflächig befallen kann. Da Masern sehr ansteckend sind, treten sie meist regional gehäuft auf. Deshalb sollten Kinder, die (noch) nicht geimpft sind, sowie Schwangere und Ungeimpfte den Kontakt mit Masern-Patienten meiden. Die Krankheit kann Komplikationen wie etwa eine Mittelohrentzündung oder eine Lungenentzündung hervorrufen. In seltenen Fällen kann es zu einer chronischen Maserngehirnentzündung (SSPE) kommen, die zu erheblichen Behinderungen führt und früher oder später tödlich verläuft. Aus diesem Grunde fallen Masern nach dem Infektionsschutzgesetz unter die meldepflichtigen Infektionskrankheiten. Das bedeutet, jeder Arzt, der eine Masernerkrankung diagnostiziert, muss diese dem Gesundheitsamt melden.

Masern: Ursachen und Ansteckung

Masern sind hochansteckend. Auslöser einer Masernerkrankung ist das humanpathogene Masernvirus. Humanpathogene Viren sind auf den Menschen spezialisiert und lösen auch nur bei ihm die jeweilige Krankheit aus. Masern werden durch eine Tröpfcheninfektion übertragen, also beim Sprechen, Niesen und Husten. Dabei bleibt das Virus in der Luft für bis zu zwei Stunden ansteckend! Es gelangt über die Schleimhäute der Atemwege und die Bindehaut der Augen in den Körper und breitet sich dort sehr schnell aus. Dabei befällt der Erreger vor allem die Zellen des Immunsystems und des Nervensystems. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit liegt zwischen acht und zehn Tagen. Die größte Ansteckungsgefahr von Masern-Infizierten geht in der Zeitspanne fünf Tage vor Auftretens des Hautausschlags bis vier Tagen danach aus.

Masern - Symptome

Eine Masernerkrankung teil sich in ein Vorläuferstadium (Prodromalstadium) und das Stadium des Hautausschlags (Exanthemstadium) auf.
Im Vorläuferstadium leiden die Erkrankten unter allgemeinen Symptomen, wie sie auch bei einer Grippe vorkommen wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Bauchschmerzen, aber auch leichtem Fieber. Allerdings ist das Gesicht der Masern-Patienten oftmals aufgedunsen. Auf Grund der Bindehautinfektion des Auges (Konjunktivitis) sind die Betroffenen lichtempfindlich und haben tränende Augen. Hinzu kommen Schnupfen, Halsschmerzen sowie ein trockener, „bellender“ Husten. Eine Masernerkrankung lässt sich auch an dem zweimaligen Fieberanstieg im Krankheitsverlauf (zweigipfliges Fieber) erkennen. Das bedeutet, dass das Fieber nach dem Vorläuferstadium nochmals steigt, wenn das Exanthemstadium eintritt.
Typisch für eine Masernerkrankung ist eine Veränderung der Mundschleimhaut. Bei Kindern treten gewöhnlich ab dem zweiten bis dritten Tag der Krankheit an der Wangenschleimhaut weiße fest haftende Beläge auf (Koplik-Flecken), die wie weiße Spritzer aussehen und von einem geröteten Hof umgeben sind. Ab dem dritten Tag kommt eine Rötung (Exanthem) der Mund- und Rachenschleimhaut hinzu. Das ist der Zeitpunkt, an dem auch das Fieber nochmals ansteigt. Das Vorläuferstadium dauert circa drei bis vier Tage. Dann sinkt das Fieber wieder.

Das Exanthemstadium kündigt sich mit einem erneuten Fieberanstieg an. Nun verstärken sich auch die Symptome des Vorläuferstadiums. Das Exanthemstadium ist nach dem Hautauschlag (Exanthem) benannt. Der Hautausschlag wird durch eine virusbedingte Schädigung der Blutgefäße verursacht, die durchlässiger werden. Dieser ist dunkelrot, großfleckig und unregelmäßig begrenzt. Er beginnt hinter den Ohren, breitet sich über das Gesicht und den Hals aus und bedeckt nach drei Tagen den Rumpf, die Arme und die Beine. Nur die Handflächen und die Fußsohlen werden von dem Exanthem verschont. Im Normalfall beginnt das Fieber zu sinken, wenn der Hautausschlag am vierten Tag die Füße erreicht. Treten keine Komplikationen wie Mittelohrentzündung oder Lungenentzündung auf, beginnt der Erkrankte sich langsam zu erholen, wenn der Hautausschlag abklingt. Dabei schuppt sich die Haut. Die Erholungsphase dauert durchschnittlich zwei Wochen.

Masern - Diagnose und Therapie

Bei Verdacht auf eine Masernerkrankung sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden! Dieser stellt die Diagnose meistens anhand der typischen Symptome wie etwa des zweigipfligen Fiebers und dem unverwechselbaren Hautausschlag. Da das menschliche Immunsystem als Reaktion auf die Masernviren spezielle Eiweiße als Antikörper bildet, können Masern anhand einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Die Masern-Antikörper sind etwa vier Tage nach dem Auftreten des Exanthems im Blutbild eindeutig nachweisbar.

Masern – Behandlung

Gegen die Masernviren gibt es bis jetzt keine spezifische Therapie. Das bedeutet, das jediglich die Symptome bekämpft und gelindert werden können. Masern-Patienten sollten strenge Bettruhe einhalten, sich schonen und viel schlafen. Dabei empfiehlt es sich, das Schlafzimmer kühl und abgedunkelt zu halten. Wichtig ist, wegen des Fiebers viel zu trinken. Der Schnupfen, die Kopf- Bauch- und Halsschmerzen sowie das Fieber können mit Medikamenten der Schulmedizin und/oder Hausmitteln gelindert werden. Falls keine oder nur eine ungenügende Masernimpfung vorliegt, kann diese vom Arzt bis zum vierten Tag nach der Ansteckung durch eine Impfung (Postexpositionsprophylaxe) verhindert werden.
Kommt es bei einer Masernerkrankung zu Komplikationen, müssen diese gezielt behandelt werden. Bei zusätzlichen bakteriellen Infektionen wie beispielsweise einer Lungenentzündung sind Antibiotika notwenig, die das Wachstum der Bakterien hemmen und diese abtöten.

Masern - Komplikationen

Auch wenn viele Eltern heutzutage Masern auf die leichte Schulter nehmen, so ist mit dieser Erkrankung nicht zu spaßen! Defacto treten bei Masern verhältnismäßig häufig Komplikationen auf, die zum Teil sehr gravierend sein können! Vor allem bei Kindern unter fünf Jahren und bei Erwachsenen über 20 Jahren ist die Gefahr von Komplikationen erhöht.
Komplikationen können durch das Masernvirus selbst oder durch zusätzliche bakterielle Infektionen hervorgerufen werden. Beispielsweise können auch die Atemwege und das Gehirn von dem Masernvirus betroffen sein, so dass sich eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung entwickeln kann. Treten Komplikationen auf, sollte unverzüglich ein Arzt gerufen werden.

Masernenzephalitis

Besonders gefährlich ist die Masernenzephalitis, eine vom Masernvirus ausgelöste Gehirnentzündung. Sie kann sich etwa vier bis sieben Tage nach dem Auftreten des Hautausschlags entwickeln. Die Masernenzephalitis äußert sich durch Krämpfe, epileptische Anfälle und Lähmungen. Betroffene müssen unverzüglich in einer Klinik behandelt werden! Bei etwa 20 bis 30 Prozent der Betroffenen bleiben dauerhafte Hirnschäden zurück, die Lähmungen und/oder Persönlichkeitsveränderungen nach sich ziehen. Zehn bis 20 Prozent der an Masernenzephalitis Erkrankten überleben diese Komplikation nicht.

Maserngehirnentzündung

Die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), auch kurz Maserngehirnentzündung genannt ist die seltenste, aber gefährlichste Komplikation, die bei einer Masernerkrankung auftreten kann. Sie führt zum schrittweisen Abbau des Gehirngewebes und des Rückenmarks. Die Betroffenen erleiden schwerste geistige und körperliche Behinderungen. Bisher ist SSPE nicht heilbar und führt nach einem langen Leidensweg zum Tode.

Bakterielle Superinfektion

Eine weitere Komplikation kann eine bakterielle Superinfektion sein. Diese entsteht, wenn es neben der Maserninfektion noch zu weiteren Infektionen kommt. So kann es zu einer Mittelohrentzündung, einer geschwürigen Entzündung des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut (Stomatitis ulcerosa) oder einer Hornhautentzündung des Auges (Keratitis) kommen, die zur Erblindung führen kann. Eine Superinfektion liegt dann vor, wenn das Fieber während des Exanthemstadiums nicht absinkt oder es in einem dritten Gipfel neu ansteigt. Bei Verdacht auf eine Superinfektion sollte der Erkrankte in ein Krankenhaus gebracht werden. Superinfektionen können mit entsprechenden Antibiotika behandelt werden.
Bitte beachten Sie, dass ein www.familie-einfach-leben.de-Artikel generell fachlichen Rat durch einen Arzt nicht ersetzen kann!
( Bildnachweis: © shockfactor - Fotolia.com )

Gesundheitstipps

Kinder sind häufig krank, schließlich lauern auch viele Kinderkrankheiten. Eltern wissen dann oft nicht, was genau zu tun ist. Welche Ursachen können Bauchschmerzen haben? Müssen wir mit dem Kleinen zum Arzt? Schauen Sie doch einmal in unsere Rubrik „Gesundheitstipps“! Hier erfahren Sie, wie Ihr Kind im Krankheitsfalle schnell wieder gesund oder erst gar nicht krank wird…

Gesundheitstipps
( Bildnachweis: © 77SG - Fotolia.com )

Der beste Freund...

Der beste Freund

Schauen Sie einmal in unsere Rubrik „Haustiere für Kinder“! Hier bekommen Sie Tipps, wenn Ihre Kinder sich nichts sehnlicher als einen tierischen Hausgenossen wünschen. Außerdem erfahren Sie, welches Tier für Sie und Ihre Kinder der richtige Begleiter ist. Und damit sich Ihr vierbeiniger Freund auch bei Ihnen wohlfühlt, haben wir einige Futtertipps für Sie...
( Bildnachweis: © Gorilla - Fotolia.com )

Erziehungstipps

Autoritär, anti-autoritär oder laissez-faire? Es gibt die unterschiedlichsten Erziehungsstile – doch welcher der beste ist, darüber scheiden sich die Geister. In unserer Rubrik „Erziehungstipps“ geben wir kleine Erziehungshilfen und verraten Ihnen wie Sie mit ein paar einfachen Tricks Ihre Rasselbande dazu bringen sich gut zu benehmen…

Erziehungstipps
( Bildnachweis: © 77SG - Fotolia.com )

Zum Anfang